Echtzeitwarnung vor Reiserisiken -

Fürsorgepflicht leicht gemacht für KMU

Mit iTESA wird ein automatisches Alarmsystem aufgebaut, das Reisende in Echtzeit vor Reiserisiken warnt und Arbeitgeber befähigt, die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht wahrzunehmen. Seine Informationen gewinnt iTESA unter Wahrung des Datenschutzes. Der Einbezug von sozialen Netzwerken ist ebenso Forschungsinhalt. iTESA analysiert die Datenströme in Echtzeit auf relevante Reiserisiken.

Sowohl im touristischen Reisemarkt als auch im Geschäftsreisemarkt gewinnt die Sicherheit auf Reisen durch ein gesteigertes Kundenbewusstsein und ständige Krisenereignisse und durch die Verschärfung der gesetzlichen Pflichten hinsichtlich Informationspflicht, Fürsorgepflicht sowie auch die EU-Pauschalreise-Richtlinie ständig an Bedeutung. Echtzeitreisewarnungen werden jedoch nicht am Markt angeboten. Die Folge ist, dass Mitarbeiter auf Geschäftsreisen nicht rechtzeitig über Krisen informiert werden und so weder die Reise absagen können noch Alternativrouten erhalten.

Ziel des iTESA-Vorhabens ist es, ein automatisches Alarmsystem aufzubauen, das Reisende in Echtzeit vor Reiserisiken warnt (z.B. per Smartphone oder Tablet) und es so ermöglicht, selbst unmittelbar vor Reisebeginn oder gar unterwegs noch umzudisponieren. Befinden sich die Reisenden bereits im Krisengebiet, soll ihnen die iTESALösung Informationen zur aktuellen Lage bereitstellen und darüber hinaus Routen vorschlagen, auf denen sich die Region sicher verlassen lässt. Von der iTESA-Lösung können dabei insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren. Einerseits müssen sie ihre gesetzliche Fürsorgepflicht für ihre reisenden Mitarbeiter erfüllen, andererseits fehlen ihnen vielfach die Kapazitäten, dieser Pflicht vollumfänglich nachzukommen. Ihnen bietet die iTESA-Lösung als vollautomatische und leichtgängige Anwendung daher die Möglichkeit, diese Fürsorgelücke zu schließen. Innovative Geschäftsmodelle auf Basis hoher Volumen bei geringer Marge ermöglichen auch KMUs eine Vergütung solcher aufwendiger Services.

Des Weiteren lässt sich die iTESA Entwicklung als technische Lösung auch in sämtlichen Branchen und Stufen der touristischen Wertschöpfungskette anwenden.

Als Lösung wird eine klar strukturierte Modularisierung der unterschiedlichen Aufgabenerfordernisse angestrebt. Während die Integrationsebene die unterschiedlichen Datenquellen (Social Media, Informationen des Auswärtigen Amtes etc.) nach datenschutzrechtlicher Prüfung zusammenführt, werden auf der Ebene Risikoqualifzierung die notwendigen Risikoszenarien zur Basisimplementierung aus dem jahrzehntelangen Risikoerfahrungsschatz (u.a. die des assoziierten Partners TUI Krisenmanagement) abgeleitet. Hier werden die potenziellen Risiken qualifiziert, d.h. auf ihre Glaubwürdigkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit hin untersucht. Gleichzeitig wird eine Schnittstelle zu Risk Professionals (Sicherheitsfirmen, Krisenstäben etc.) entwickelt, um eine zusätzliche Risikoqualifizierung vornehmen zu können. Die Daten aus beiden Ebenen werden als Big Data Analyse in der Analyseebene verarbeitet. Dabei werden die Daten mittels mathematischer Verfahren und Algorithmen auf potenzielle Risiken für Reisende analysiert und in den geographischen Bezug gesetzt. Für den Fall identifizierter Risiken sollen im Rahmen eines Abgleichs die qualifizierten Risiken mit Reisedaten (Reiseziel, Aufenthaltsdauer, Beförderungsart) aus den Traveller-Systemen verknüpft werden. In der Ausführungsebene setzt die eigentliche Verknüpfung zwischen den ermittelten Risiken und den Reisenden als Interaktion (Benachrichtigungen, Warnungen, Systemintegration) ein.

Um die in iTESA entwickelte Lösung auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen, wird iTESA im Reisemanagement pilotiert. Die Entwicklung von iTESA erfolgt mit dem Ziel, eine weit darüber hinaus anwendbare Basistechnologie zur Risikoanalyse aus großen Datenströmen zu entwickeln, die auch auf andere Wirtschaftszweige mit räumlich (weit) auseinander liegenden Prozessen übertragbar ist. Hier wäre vorrangig die Logistik oder das Verarbeitende Gewerbe denkbar.